ANATOMISCHE VARIANTEN

Bedeutungen der unterschiedlichen Lagen:

Vollretiniert:

Vollretinierte Weisheitszähne sind vollständig von Knochen bedeckt und verursachen in der Regel keine Probleme. Sie sollten aber regelmäßig röntgenologisch kontrolliert werden. Häufig lässt sich auf dem Röntgenbild bereits ein Platzmangel im Unterkiefer erkennen. Die Weisheitszähne werden oft durch den aufsteigenden Unterkieferast limitiert und so wird ein regelrechtes Durchbrechen verhindert. Das ist ein Grund, sie frühzeitig zu entfernen. Wenn die Wurzellänge 1/3 der üblichen Länge erreicht hat, ist das der beste Zeitpunkt, um vollretinierte Zähne zu entfernen.

Teilretiniert:

Teilretinierte Weisheitszähne sind zu einem Teil bereits durchgebrochen, jedoch noch teilweise von Zahnfleisch (Kapuze) überdeckt. Das macht ihre Reinigung schwierig, was zu einer Entzündung (Dentitio difficilis/erschwerter Zahndurchbruch) oder Karies führen kann. Aus einer Entzündung kann längerfristig ein Abszess entstehen. Aus diesen Gründen sollten teilretinierte Zähne entfernt werden.

Impaktiert:

Ein impaktierter Zahn kann aufgrund von Platzmangel nicht durchbrechen. Er ist definiert als retinierter und verlagerter Zahn, d. h. der Zahn bleibt durch Platzmangel oder falsche Lage stecken.

Im Durchbruch:

Ein Weisheitszahn, der teilweise schon die Gingiva durchbrochen hat, befindet sich „im Durchbruch“. Es kann sein, dass das Zahnfleisch entzündet ist. Wenn der Kiefer genug Platz aufweist und der Zahn nicht entfernt werden soll, kann der Entzündung durch regelmäßige Spülungen entgegengewirkt werden, bis der Zahn weit genug durchgebrochen ist. Wenn der Weisheitszahn theoretisch genug Platz im Unterkiefer hat und nicht entfernt werden soll, kann man die Zahnfleischtasche regelmäßig mit Spülungen reinigen.

Durchgebrochen:

Ein vollständig durchgebrochener Weisheitszahn kann häufig aufgrund der distalen Lage nicht ausreichend gepflegt werden. Das ist der häufigste Grund für eine Extraktion.